Mittwoch, 1. März 2017

Der Tag des Jubiläums...

... naht: Noch 70 Tage, der Countdown läuft - bis zum Jahrestag der Grundsteinlegung am 11. Mai 1967.


In vorderster Reihe: Alois Hundhammer, Lauritz Lauritzen, Hans-Jochen Vogel (mit Halskette)

Könnte aber nicht jeder andere bedeutende Tag der historische Augenblick sein, der den Ursprung der "Entlastungsstadt Perlach" markiert? Lässt sich der Neuperlacher Urknall überhaupt so leicht bestimmen?

Knallte es nicht schon am Tag, an dem der "Gesamtplan zur Behebung der Wohnungsnot in München" beschlossen wurde, Ende 1960? Oder an dem Tag, als die erste Wohnung in Neuperlach bezogen wurde, irgendwann im Sommer 1968? Oder am 2. Februar 1972, als der Stadtrat das neue Quartier offiziell zum "Stadtteil Neuperlach" kürte? Oder an dem Tag, als das letzte Bauelement des letzten Bauabschnitts Neuperlachs - Neuperlach Süd II - eingefügt wurde, im Jahr 1991?

Da gibt es viele Möglichkeiten.

Vielleicht sollten die Neuperlacher/innen einfach selbst darüber abstimmen, welcher Tag als das große schicksalhafte Datum in die Geschichte eingehen soll?

Was letztlich zählt: Feste feiern, Platz für alle, hoffentlich bei gutem Wetter und kühlen Getränken. Auf in den Jubiläumssommer!

Samstag, 31. Dezember 2016

2017

Liebe Geschichtsinteressierte in Neuperlach und anderswo,

die Geschichtswerkstatt Neuperlach wünscht Euch einen guten Rutsch nach 2017: ins Jubiläumsjahr!

Freitag, 18. November 2016

Über die Geschichtswerkstatt

Die Geschichtswerkstatt Neuperlach ist in der Tradition der Geschichtswerkstättenbewegung anzusiedeln, die seit Beginn der 1980er Jahre als Reaktion auf die etablierte Geschichtswissenschaft entstand. Blinde Flecken der Arbeiter- und Lokalgeschichte sollten beseitigt werden: In Zusammenarbeit von professionellen Historikern und engagierten Laien wurde eine "Geschichte von unten" geschrieben, als Gegengeschichte zur damals noch alltagsfernen "Geschichte von oben" der Universitäten.

Ziel der Geschichtswerkstatt Neuperlach ist in diesem Sinne die Förderung der Erforschung, Dokumentation und Verbreitung der Geschichte Neuperlachs auf Grundlage einer breiten Zusammenarbeit quer durch alle Berufs- und Altersgruppen. Beteiligen kann sich jeder und jede, entscheidend ist das Interesse an der Stadtteilgeschichte und die Lust an der Begegnung mit Anwohnern und Nachbarn.
  
Gerade vor dem Hintergrund, dass Neuperlach bislang eher negativ dargestellt wird, bietet die Geschichtswerkstatt eine hervorragende Möglichkeit, ausgehend von umfangreichen Spurensuchen die Fremdzuschreibungen als "unwirtliche Betonwüste" (1) ) oder "Mehmet-Ghetto" (2) mit den tatsächlichen Lebensweisen zwischen Ostpark und Siemens zu konfrontieren, wie sie sich seit bald 50 Jahren entwickelt haben.

(1) Um den bekannten Buchtitel von Alexander Mitscherlich abzuwandeln: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden. Frankfurt am Main 1965.
(2) In Anspielung auf den Münchener Medien- und Politikskandal um den Neuperlacher Jugendlichen mit dem Pseudonym "Mehmet".